Brauchtum und Aberglaube      Die "12 heiligen Nächte“ oder "Rauhnächte“

 Mit der ersten Weihnachtsnacht hat die Zeit der "12 heiligen-" oder "Rauhnächte" begonnen. Alten   Überlieferungen zufolge kommt in dieser mystischen Zeit auch unseren Träumen eine besondere Bedeutung zu.
 

 Was sind also die Rauhnächte? Die Heiligen Nächte?

 Je nach Überlieferung beginnen die Rauhnächte am 21./22 Dezember (Wintersonnenwende) und enden mit der  Nacht auf den 6. Januar. Wiederum je nach Tradition gibt es Unterschiede in der Anzahl der Rauhnächte in dieser Zeitspanne, es sind zwischen drei und zwölf Nächte.

 Jede Rauhnacht steht für einen Monat des kommenden Jahres. Die Nacht vom 24.12. auf den 25.12., beginnend um 24h am 24.12., endend am 25.12. um 24h steht für den Januar. Auf die Bedeutung der einzelnen Tage gehen wir gesondert ein.

Als die vier wichtigsten Rauhnächte gelten:

21./22. Dezember (Thomasnacht, die Wintersonnenwende, längste Nacht des Jahres)
24./25. Dezember (Heiliger Abend/Christnacht)
31. Dezember/1. Januar (Silvesternacht)
5./6. Januar (Epiphaniasnacht, Erscheinung des Herrn)

Diese Zeit ist von großer Energie.

Das liegt daran, dass sie sich außerhalb unserer „normalen Zeit“ befinden. Es handelt sich also um 11 Tage und 12 Nächte, die quasi eigentlich nicht existent sind. Der Überlieferung nach glichen die Kelten die Differenz zwischen zwölf Monaten in Mondphasen (354 Tage) und dem Sonnenjahr (365 Tage) aus, indem sie 11 Schalttage einfügten – und betrachteten diese Tage als „außerhalb der Zeit“ liegend.

Diese „magischen und mystischen“ Tage gelten deshalb als Zeit, in der das Schicksal neu ausgehandelt und die Zuunft verändert werden kann.


 

Die "12 heiligen Nächte" kommen aus der germanischen Überlieferung und werden auch als "Rauhnächte" bezeichnet. Dort wurden früher die Mittwinternächte gefeiert, die als Gegenpart der Nächte der Sommersonnenwende gelten und als Geburt der Sonne gefeiert wurden, da die Tage ab diesem Zeitpunkt wieder länger werden. Eine Zeit des Kampfes des Lichts mit der Finsternis, des Guten mit dem Bösen ist angebrochen.

Da die Wintersonnenwende am 21.12., also drei Tage vor der christlichen heiligen Nacht am 24/25.12., liegt, wurden daraus später die "12 heiligen Nächte" - vom 24./25. Dezember bis zum 5./6. Januar, dem Fest der heiligen Drei Könige (wie so viele alte Bräuche, die im Übergang vom Germanen- ins Christentum ja erhalten blieben oder leicht verändert wurden).



Von der "Wilden Jagd", altem Aberglauben und Brauchtum

Es hielt sich bis weit in unsere Zeit der (Aber-)glaube an die "Wilde Jagd" während den 12 heiligen– oder Rauhnächten.

Davon gibt es zwei Betrachtungspunkte: Einmal der mythologische Aspekt, in der Odin oder Wotan mit einem Heer von Geistern über das Land zieht und böse wütet, und der andere Aspekt, wonach die wilde Jagd ein Ausdruck der alten Masken-Bünde ist, welcher sich auch heute noch in der traditionellen Form des
Perchtenlaufs bei uns in Süddeutschland abzeichnet.

Allerlei Bräuche, Rituale, Orakel und Magie zum Schutz vor diesen "bösen Geistern" wurden von der damals tief gottesfürchtigen Bevölkerung befolgt: Man solle z.B. keine Wäsche aufhängen oder waschen, sonst hängt man sein Leichentuch auf, bis Weihnachten muss immer alles geputzt und gewaschen sein, Türen und Fenster müssen gut verschlossen sein, da sonst die Geister eindringen können, fremden Tieren ist in dieser Zeit nicht zu trauen, weil Hexen oft ihre Gestalt annehmen können usw.


 Die besondere Bedeutung unserer Träume in dieser Zeit

 Der Überlieferung nach sollten diese Nächte aber auch eine besondere Feldwirkung auf die Träume der Menschen  haben.

 Der Mensch könne luzider, also klarer, träumen als sonst, und solle sich doch, sofern er in die nahe Zukunft des nächsten Jahres schauen wolle, bemühen, seine Träume einer jeden einzelnen Nacht zu notieren und zu deuten. Dabei stehe jeder Traum/Träume in diesen Nächten für jeweils einen Monat im kommenden Jahr in Bezug auf präkognitive/vorausschauende Ereignisse.
Der Traum der ersten heiligen Nacht also für den Januar des kommenden Jahres, der Traum der zweiten heiligen Nacht für den Februar usw.

Natürlich bedarf es dabei der hohen Kunst der Traumdeutung, da fast alle Träume subjektiv zu deuten sind und

sich die Trauminhalte des Menschen der Symbole und Archetypen (Urbilder) der Seele bedienen.

So weiß der geübte Traumdeuter, dass beispielsweise der Tod im Traum in aller Regel nicht den physischen Tod eines Menschen meint, sondern einen starken Wandlungsprozess beschreibt, oder auch, dass eine Menge Geld nicht automatisch finanziellen Reichtum bedeuten muss, sondern auch Reichtum auf ganz anderen Ebenen anzeigen
kann. 


 

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